5 Mythen über Renew- und Refresh-Hardware – und was wirklich stimmt
OEMREF-Hardware (z. B. HPE Renew oder Cisco Refresh) ist für viele IT-Teams ein echter Hebel: gleiche Herstellerstandards, aber oft deutlich günstiger als Neuware. Trotzdem halten sich Missverständnisse hartnäckig – von „gebraucht“ bis „ohne Updates“. Wir räumen mit fünf typischen Mythen auf und zeigen, worauf Sie beim Einkauf wirklich achten sollten. Zur Einordnung: Renew und Refresh sind Herstellernamen für vom Hersteller generalüberholte Originalhardware (OEMREF). Das bedeutet: zertifizierte Prüf- und Aufbereitungsprozesse, definierte Qualitätsstandards und – je nach Programm – dieselben Garantie- und Supportleistungen wie bei Neuware.
„Renew/Refresh ist einfach nur gebraucht.“
Falsch. OEMREF-Geräte stammen häufig aus Rückläufern, Demo- oder Testbeständen und werden vom Originalhersteller nach fest definierten Prozessen wiederaufbereitet. Dabei werden Komponenten geprüft, bei Bedarf ersetzt, die Geräte auf Herstellerniveau getestet und erneut verpackt. Entscheidend ist die Herkunft: OEMREF ist klar abzugrenzen von „used“ oder „refurbished“ aus unbekannten Drittquellen. Ein praktischer Vorteil im Enterprise-Umfeld: Bei zertifizierten Herstellerprogrammen sind – je nach Produkt – Garantie- und Supportoptionen wie bei Neuware möglich.
Mythos 2: „Die Geräte kommen mit alter Software und ohne Updates.“
Auch das stimmt so nicht. OEMREF/Hersteller-Remanufactured Produkte werden vor Auslieferung in der Regel nach Herstellervorgaben vorbereitet – inklusive aktueller Firmware-/Softwarestände im Rahmen der jeweiligen Programmspezifikation. Für viele Unternehmen ist das sogar ein Vorteil: Sie erhalten verifizierte Hardware, ohne dass Geräte „jahrelang im Lager“ gelegen haben müssen. Und: Gerade bei abgekündigten Produktlinien kann OEMREF eine wichtige Bezugsquelle sein, um bestehende Infrastrukturen stabil weiterzubetreiben, ohne sofort ein komplettes Erneuerungsprojekt zu starten.
Mythos 3: „Renew/Refresh hat sichtbare Gebrauchsspuren.“
In der Praxis sind OEMREF-Geräte meist optisch sehr nah an Neuware. In Einzelfällen können kleine, rein kosmetische Spuren auftreten – ohne Einfluss auf Funktion oder Zuverlässigkeit. Viele Hersteller tauschen nicht jedes kosmetische Teil konsequent aus, weil das dem Gedanken der Kreislaufwirtschaft widersprechen würde. Wichtig für den Betrieb: Entscheidend sind Zertifizierung, Prüfprozess, Garantie und Support – nicht minimale optische Details in nicht sichtbaren Bereichen.
Mythos 4: „Die Garantie ist schlechter als bei Neuware.“
Das ist einer der häufigsten Irrtümer. Bei OEMREF-Hardware aus offiziellen Herstellerprogrammen gelten – je nach Hersteller und Produkt – vergleichbare Garantie- und Supportleistungen wie bei Neuware. Cisco beschreibt Cisco Refresh beispielsweise als generalüberholte Produkte mit demselben Cisco Garantie- und Support-Service wie neue Produkte. Bei „used“ oder Drittanbieter-refurbished Ware sind Garantiebedingungen dagegen häufig kürzer, eingeschränkt oder komplett vom Händler abhängig.
Mythos 5: „Es gibt viele gleichwertige, noch günstigere Alternativen.“
Preisunterschiede entstehen vor allem durch Herkunft, Prüfprozess und Garantie. Sehr günstige Angebote im Markt sind nicht automatisch schlecht – aber das Risiko ist höher, dass Herkunft unklar ist, Seriennummern fehlen, Support ausgeschlossen ist oder die Qualität der Aufbereitung stark schwankt. Wenn Sie „auf Augenhöhe“ mit Neuware einkaufen möchten (Herstellerprozess, Dokumentation, Garantie/Support), ist OEMREF in vielen Fällen die verlässlichste Option. Ja, es kann billigere Ware geben – aber selten mit denselben Rahmenbedingungen.Sie haben Fragen?
Gerne stehen wir Ihnen beratend zur Seite und unterstützen Sie bei allen Fragen rund um Ihr Anliegen.
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Stefan Karner
Geschäftsführer







